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Pflegeanleitungen und Tipps

  • Waschen von Kleidern

  • Pflege von Trinkhörnern

  • Pflege von Holzgeschirr und Besteck 

  • Glutinleime anrühren - Knochenleim, Hautleim, Hasenleim


Wasch- und Pflegetipps für Kleidungsstücke

1. Maschinenwäsche bis 30°C

Vor dem ersten Tragen empfehlen wir alle Kleidungsstücke, die in der Maschine gewaschen werden können, vor dem Waschen kalt einzuweichen! Einfach möglichst kaltes Wasser vom Hahn ins Waschbecken oder in die Badewanne laufen lassen. Die Wäsche muss ganz mit Wasser bedeckt sein und das Wasser gut aufsaugen können. Allenfalls müssen einzelne Kleidungsstücke etwas geknetet oder ab und zu gedreht werden. Nach ca. 30 Minuten kann die Kleider raus genommen und normal in der Maschine bei 30°C gewaschen werden.

Das Einweichen und vorzeitige Waschen in der Maschine fixiert bei gefärbten Stoffen die Farben an den Fasern, verhindert grösstenteils das Einlaufen und entfernt den Schutzspray (Appretur), den alle Kleider für den Transport erhalten um unterwegs unerwünschte Tierchen fern zu halten!


2. Trocken Reinigen (Wollkleider)

Kleidungsstücke aus Wolle sollten nicht nass gewaschen werden. Wenn möglich auch nicht von Hand.

Den Dreck (z.B. Erde bei Umhängen) einfach trocknen lassen und dann mit einer Kleiderbürste abbürsten. An einen Kleiderbügel hängen und gut auslüften lassen.

Sollte ein Waschen unumgänglich sein (wenn z.B. Bier oder Met verschüttet wurde), dann am besten von Hand und nur an der lokalen Stelle mit Wasser reinigen.

Denn Waschen löst das Wollfett aus dem Stoff. Wollfett ist ein natürliches Imprägnierungsmittel und verhindert, dass man im Regen unter dem Umhang nass wird.

Mit unseren Wollumhängen von der Marke "Leonardo Carbone" bleiben sie mind. 2 Stunden trocken im strömenden Regen! Diese Umhänge kann man auch in der Maschine waschen, wir empfehlen es aber nicht, da es das Gewebe stark strapaziert!

Der Regen wäscht das Wollfett zwar auch heraus, aber nur sehr langsam!


3. Chemische Reinigung

Wäsche, bei denen wir den Vermerk "Chemische Reinigung" oder "Reinigung" angegeben haben, sollten dem entsprechend in eine professionelle Reinigung gebracht werden. Also weder mit der Maschine zu Hause noch von Hand auswaschen!


4. Leinenkleidung

Ungefärbte Leinenstoffe lassen sich bei 95°C in der Maschine waschen. Gefärben Leinen empfehlen wir aber nur bei max. 40°C zu waschen (30°C reichen aber im Normalfall auch).
Hemden und Kleider zum trocknen an einen Bügel hängen. Dadurch verhindert man ungewünschtes Verziehen des Stoffes.



Pflege von Trinkhörnern aus Rinderhorn

Alle unsere Trinkhörner sind "trinkfertig" d.h. poliert, oberflächenbehandelt und lebensmittelecht lackiert.

Trinkhörner sind ein Naturprodukt, weshalb die Hörner nie denen auf den Bildern gleichen. Jedes Horn sieht anders aus. Die Hörner stammen von domestizierten Rindern aus Afrika oder Südamerika (je nach Lieferung).

Pflege- und Gebrauchshinweise:

  • Keine heissen (z.B. Tee oder Kaffee) oder säurehaltigen Getränke (z.b. Cola oder Orangensaft) einfüllen! Dies greift den Lebensmittellack an.

  • Sofort nach Gebrauch kurz mit kaltem oder lauwarmem Wasser ausspühlen

  • zum gründlichen Reinigen lauwarmes Wasser, Spülmittel und eine Flaschenbüste nehmen. Ab und zu kann man das Horn auch mit Gebissreiniger behandeln. Dies hat sich vor allem bewährt, wenn man es einmal nicht geschafft hat das Horn sofort auszuspülen. ;)

  • Die Hörner sind nicht Spülmaschinengeeignet!


Pflege von Holzgeschirr und -besteck

Schalen, Becher, Löffel u.Ä. aus unbehandeltem Holz sind nicht Spühlmaschinengeeignet!
Ebenfalls sollten sie nicht lange im Wasser liegen und nicht mit heissem Wasser gewaschen werden, das Holz quillt sonst auf und wird spröde und brüchig. Auch die Befüllung mit heissen Flüsstigkeiten sollte nicht all zu lange andauern.

Reinigung:
Holzgeschirr sollte optimalerweise nur mit handwarmem Wasser gereinigt werden. Sollte es wirklich nötig sein, kann dem Wasser noch ganz wenig Spühlmittel hinzugefügt werden.
Gründlich reinigen, abspühlen und dann gleich abtrocknen. Nicht in der Nähe der Heizung oder eines Feuers trocknen lassen. Und nach einiger Zeit den Gegenstand wenden, damit er rundherum trocken wird.

Pflege:
Einfach: Das trockene Holzobjekt mit einem neutralen Speiseöl einreiben. Sehr gut eignet ist z.B. Leinöl (Erhältlich in Drogerien). Olivenöl eignet sich ebenfalls, kann aber mit der Zeit ranzig werden. Wer also kein Leinöl kaufen möchte, nimmt am besten Sonnenblumen- oder Rapsöl.

Fortgeschritten: Für die optimale Pflege benötigt es etwas mehr Aufwand.
Das Holzobjekt wird mit 60 Grad heissem Pflanzenöl (geschmacksneutral) oder Paraffinöl (Medizinisches Weissöl, paraffinum (per)liquidum) eingerieben. Vorsicht mit dem heissen Öl!! Anschliessend den Gegenstand trockenen und das Öl mindesens 10 Stunden einziehen lassen. Danach kann das überschüssige Öl abgerieben werden. Diesen Vorgang noch 2x wiederholen und dabei immer darauf achten, dass sich keine grössere Menge Öl am Boden sammelt. Diese Behandlung in Zukunft regelmässig nach etwa 3 Verwendungen 1x wiederholen. nach jeder Benutztung den Artikel mit lauwarmem Wasser ausspühlen und unter Raumtemperatur mit der Öffnung nach unten zum Trocknen aufstellen.



Glutinleime anrühren - Knochenleim, Hautleim, Hasenleim

Was ist Glutinleim?

Kochenleim, Hautleim und Hasenleim sind Glutinleime. Sie sind wasserlösliche, natürliche Klebstoffe, die aus tierischen Abfällen durch Auskochen gewonnen werden.

Glutinleime werden seit über 4000 Jahren verwendet. Hinweise zu deren Existenz fand man bei den alten Ägyptern, den Griechen, den Römern und aus Schriften des Mittelalters. Bis ins 20. Jahrhundert wurde Glutinleim in der Buchbinderei verwendet. Noch heute wird im Geigenbau fast ausschliesslich Knochenleim benutztund ebenso findet er Verwendung bei der Herstellung und Restauration von Möbeln mit Furnier.

Die Klebkraft von Glutinleimen ist außerordentlich hoch. Beim Trocknen schrumpfen sie und ziehen die zu verleimenden Teile so zusammen. Die Leimung ist reversibel und kann unter Zufuhr von Wärme und Feuchtigkeit wieder gelöst werden ohne das Werkstück zu beschädigen.
Gealterte Verleimungen können meist sehr schnell durch Benetzung mit Alkohol gelöst werden, dieser versprödet die Verleimung und führt zur Lösung. Dies ist beim Bau und der Restaurierung von Musikinstrumenten wichtig.

Nachteil ist die kurze Verarbeitungszeit, da der Leim schnell abkühlt und dann nicht mehr zu verarbeiten ist. Wichtig ist also ein zügiges Verarbeiten und eine gleichmässig durchgängig Wärme der der Werkstücke.

Glutinleime sind ursprünglich nicht wasser- und wetterfest und folglich vor allem für Anwendungen in Innenräumen geeignet. Durch die Beifügung von Kasein können Glutinleime jedoch auch wasserfest gemacht werden.
Durch Zugabe von Kasein oder 10% Alaun (auf das Trockengewicht des Leims gerechnet) wird er nach der Aushärtung wasserfest. Ein Zusatz von 2-5% konzentrierter (40%iger) Essigsäure sorgt für eine Verarbeitbarkeit auch bei Raumtemperatur (21 Grad) und erhöht die Klebkraft um ca. 20 %.
Durch Beimischung von 10-20% Glycerin wird er gummielastisch.

Heute werden Glutinleime hygienisch aus frischen, entfetteten Schlachtabfällen durch thermische Hydrolyse und Heisswasserextraktion hergestellt. Die dabei erhaltene Leimbrühe wird gereinigt, in mehrstufigen Vakuumverdampfern schonend konzentriert, durch Abkühlen in die feste Gelform gebracht, zerkleinert und getrocknet. Knochenleim ist vollkommen unschädlich und umweltfreundlich.

Verarbeitung:

Man nimmt ein ganz normales Wasserglas und schüttet die Leimperlen hinein. Maximal bis zur Hälfte des Glases! Anschliessend giesst man Wasser dazu und zwar bis zur Höhe der Oberkante der eingefüllten Leimperlen. Über Nacht einweichen lassen!

Dann erhitzt man über einer Herdplatte einen Topf mit Wasser und stellt das Gefäss mit dem aufgeweichten Leim hinein und rührt gelegentlich mit einem Holzstab um. Bereits nach wenigen Minuten hat man einen gebrauchsfertigen Leim, der noch beliebig weiter mit Wasser verdünnt werden kann.
Der Leim soll nicht kochen! Er sollte nicht über 65C§ erwärmt werden, da er ansonsten unbrauchbar werden kann.

Zum Auftragen des Leimes kann man einen Pinsel nehmen (die Borsten zusammenhaltende Zwinge sollte nicht aus Eisen sein).

Aufbewahrung: Um nicht zuviel aufbewahren zu müssen, rührt man am besten nicht viel mehr als den Tagesbedarf an. Der Bedarf für den nächsten Tag ist einfach hergestellt: in den Leimtopf mit dem Rest einige Körner und die dazugehörige Menge Wasser dazu und über Nacht aufquellen lassen, am nächsten Morgen verfahren wie oben beschrieben. Ein extra Topf ist nicht erforderlich. Wenn das Projekt fertig ist und man in absehbarer Zeit keinen Leim benötigt: Topf offen stehen und eintrocknen lassen! Ein Deckel fördert nur die Schimmelbildung! Wenn man Glück hat, trocknet der Leim ein bevor sich Schimmel gebildet hat und er ist mit Wasser wieder regenerierbar. Wenn man Pech hat, bildet sich Schimmel, dann den Rest wegwerfen.

Statt eines Wasserglases (hitzebeständig!)  können alle möglichen anderen Gefässe genommen werden: Keramik, Email, Aluminium oder jeden anderen hitzebeständigen Topf, der nicht aus Eisen ist. Eisen färbt den Leim schwarz und macht ihn unbrauchbar! Bei einem normalen Wasserglas achte man darauf, es nicht zu sehr zu erhitzen, es könnte platzen. Ein hitzebeständiges Laborglas ist optimal, wenn man eines zur Verfügung hat.
Praktischerweise nimmt man eine gut gereinigte Blechdose. Die kann man nach getaner Arbeit einfach wegschmeissen ;-)